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Vorgänger: Jacob VI und I

Nachfolger: Charles II

charles igeboren: 1600

gestorben: 1649

Regierungszeit: 1625-1649

aus dem Hause: Stuart (Stewart)

Kurzbeschreibung: Er löste den englischen Bürgerkrieg aus, der mit seinem Tod und des Abschaffung der Monarchie endete

Charles I war der zweite Sohn von Jacob VI von Schottland, der nach dem Tod Elisabeth I zum King Jacob I von England gekrönt wurde. Seine Mutter war Anna von Dänemark aus dem Haus Oldenburg. Am 14. November 1616 wurde Charles zum Prince of Wales und am 27. März 1625 als Charles I zum König von England, Schottland, Frankreich und Irland gekrönt. Die Krönung fand am 2. Februar 1625 in Westminster statt.

Seine Versuche, in England und Schottland eine gleichförmige Kirchenverfassung einzuführen und im Sinne des Absolutismus gegen das Parlament zu regieren, lösten den englischen Bürgerkrieg aus, der mit Charles Hinrichtung und der Abschaffung der Monarchie endete.

Charles I heiratete am 13. Juni 1625 Henrietta Maria de Bourbon, die katholische Tochter des französischen Königs Heinrich IV und der Maria di Medici. Sie hatten zusammen vier Söhne und fünf Töchter:

  • Charles Jacob
  • Charles II (1630-1685)
  • Maria - verheiratet mit Wilhelm II, Prinz von Oranien
  • Jacob (Jacob VII und II, 1633-1701)
  • Elisabeth
  • Anne
  • Katharina
  • Heinrich
  • Henriette Anne
Beginn des Konflikts mit dem Parlament

Bereits bei Charles Regierungsantritt traten die Konflikte zwischen König und Parlament zutage, die sich bereits unter seinem Vater, Jacob VI und I angebahnt hatten. Wie dieser, war Charles ein Verfechter der Theorie des Divine Right of Kings, nach dem das Herrschaftsrecht der Könige sich allein von der Gnade Gottes herleitete. Im Mitwirkungsanspruch des Parlaments, sah er infolge dessen eine Verletzung dieses Rechts, über die er immer wieder glaubte, sich hinwegsetzen zu dürfen.

Den Parlamentsmitgliedern, unter ihnen viele Puritaner, die bereits die Ehe des Königs mit einer Katholikin missbilligt hatten, waren diese Haltung nicht verborgen geblieben. Anders als bis dahin nach einer Thronbesteigung üblich, bewilligten sie dem König daher die Einziehung der Hafenzölle, eine der wichtigsten Einnahmequellen des Königtums, nur für ein Jahr, an statt für die ganze Regierungszeit des Königs. Charles löste das Parlament daraufhin auf.

Die Außenpolitik Charles führte jedoch zu einem Krieg mit Spanien, so dass er neue Finanzmittel benötigte, die ihm nur das Parlament bewilligen konnte. Er ließ das Unterhaus 1628 wieder zusammentreten. Dessen Mitglieder verabschiedeten aber nun, um sich gegen königliche Willkürakte künftig abzusichern, die Petition of Rights, mit vier Forderungen, die der König vor der Bewilligung neuer Steuern anerkennen sollte. Die Petition ist ein wichtiges Dokument in der Geschichte der Britischen Inseln und der Geschichte der Menschenrechte. Der König ließ mehrere Parlamentarier verhaften und löste die Versammlung wieder auf. 11 Jahre trat kein Parlament mehr zusammen. Der englische König zog sich aus den militärischen Auseinandersetzungen in Europa zurück.

Regierung ohne Parlament

Ab 1632 regierte Charles I. ohne Parlament, gestützt auf seine Vertrauten, den Grafen Strafford und den Erzbischofs von Canterbury, William Laud. Die "Sternkammer" war für weltliche Angelegenheiten zuständig, die "Hohe Kommission" für die kirchlichen Belange.

Der Bischof von London wollte die presbyterianische Kirchenverfassung in Schottland abschaffen und die anglikanische Kirche hier einsetzen. Die Schotten protestierten und erhoben sich. Schottische Truppen marschierten in England ein.

Am 23. April 1640 trat das Parlament zusammen, weil Charles die Mittel für die Bekämpfung der Schotten benötigte. Ein paar Tage später, am 5. Mai 1640, löste er das Parlament wieder auf. Diese Tagungsperiode wurde als die Zeit des Kurzen Parlaments bekannt.

Am 3. November 1640 trat das Parlament wieder zusammen. Unter der Führung von John Pym kam es zur Anklage gegen den Grafen Strafford wegen Hochverrats. Charles, der sein Reich vom Zerfall bedroht sah, bestätigte das Todesurteil gegen Strafford. Am 12. Mai 1641 wurde der wichtigste Berater Karls hingerichtet.

Der König erfüllte weitere Forderungen des Parlaments: Das Parlament musste sich spätestens nach drei Jahren versammeln und die Versammlung durfte nicht ohne deren Zustimmung aufgelöst werden können. Die Sternkammer und die Hohe Kommission wurden aufgelöst.

Auslösung des Bürgerkriegs

Charles I. hatte aber immer noch Anhänger im Unterhaus. Dies zeigte sich im November 1641 bei der Abstimmung der "Großen Remonstranz". Diese umfassende Liste von Vorhaltungen gegen die Politik des Königs war von Pym eingebracht worden und stellte erstmals die Forderung nach einer parlamentarischen Kontrolle der Regierung auf. Ein Großteil der konservativen Mitglieder des Hauses, die im Königtum ein von Gott geheiligtes Amt sahen, war nicht bereit, dieser Forderung zuzustimmen.

Die Remonstranz wurde daher nur mit knapper Mehrheit angenommen. Charles überschätzte daraufhin die Stärke seiner Position, als er am 4. Januar 1642 in bewaffneter Begleitung ins Unterhaus vordrang um Pym zu verhaften. Dies war ein versuchter Staatsstreich, der kläglich fehlschlug und zudem die Bevölkerung Londons gegen den König aufbrachte. Er floh aus London und sammelte in Oxford seine Anhänger um sich. Wenige Wochen später brach der englische Bürgerkrieg aus.

Erster Bürgerkrieg

Die königlichen Truppen, die "Cavaliers" errangen zunächst militärische Erfolge über das Parlamentsheer, die "Rundköpfe", etwa in der Schlacht von Edgehill. Doch in den Schlachten von Marston Moor 1644 und Naseby 1645 erlitten Charles Truppen entscheidenden Niederlagen. In beiden Schlachten trug die aus Puritanern bestehende Kavallerietruppe der "Ironsides" (eine gut ausgebildete Reitertruppe) unter Oliver Cromwell entscheidend zum Sieg der "New Model Army" des Parlaments bei. Cromwell wurde dadurch zur Schlüsselfigur für den Bürgerkrieg und das weitere Schicksal Charles I.

Charles suchte nach dem Scheitern aller militärischen Optionen zunächst bei der schottischen Armee Zuflucht. Er verhandelte insgeheim mit den Schotten und dem englischen Parlament und versuchte, beide Seiten gegen einander auszuspielen. Sein Vorteil war, dass ohne seine Zustimmung keine verfassungsgemäße Änderung der Regierungsform in England möglich war.

Zweiter Bürgerkrieg und Hinrichtung

Das Lavieren des Königs führte 1648 zu einem zweiten Bürgerkrieg, in dem die schottische Armee auf seiner Seite stand. Cromwell ging gegen deren Angriff auf Nordengland vor und besiegte die ehemaligen Verbündeten. Charles versuchte nun, sich mit der Parlamentsmehrheit zu einigen und schloss den "Vertrag von Newport", der ein Gesetz gegen Häresie (Ketzerei) vorsah, in dem die Puritaner einen Angriff auf ihre Glaubensfreiheit sehen mussten. Cromwell und die mehrheitlich puritanischen Offiziere der Armee hatten bis dahin geglaubt, mit dem König noch zu einer Einigung kommen zu können und hatten selbst mit ihm verhandelt.

Nach Newport erkannten sie, dass Charles I nicht bereit war, sich in eine neue Verfassungsordnung in ihrem Sinne einbinden zu lassen. Solange der König lebte, würde er für sie eine ständige Bedrohung sein und neue Bürgerkriege heraufbeschwören können. Sie nahmen Charles daher gefangen und zwangen das Parlament, ihn des Hochverrats anzuklagen. Charles wurde schuldig gesprochen und am 30. Januar 1649 vor dem Banqueting House (einzige heute noch bestehende Gebäude des Whitehall-Palastes, der 1698 niederbrannte) in London enthauptet. Am 7. Februar 1649 wurde er auf dem Friedhof von Schloss Windsor in Berkshire beerdigt.

Wenige Wochen später erklärte das Unterhaus England zur Republik. Sie wurde von Oliver Cromwell unter dem neu geschaffenen Titel eines Lordprotektors bis zu dessen Tod 1658 regiert. Erst zwei Jahre später kam es unter dem Sohn Charles I, nämlich Charles II zur Restauration des Stuart-Königtums.

   
   
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