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geboren: 1759 in Alloway

gestorben: 1796 in Dumfries

burns robertKurzbeschreibung: Schottischer Schriftsteller und Poet
Robert Burns war ein schottischer Schriftsteller, Lieddichter und Poet.

Junge Jahre

Burns war der Sohn eines armen Pächters und verlebte eine Jugend voll Not und Armut. Durch seine Mutter lernte er die romantischen Traditionen der Heimat und die im Volk lebenden Lieder kennen, die in seinen eignen den schönsten Widerklang finden sollten.

Die ersten Bücher, die nachhaltigen Eindruck auf ihn machten, waren eine Lebensbeschreibung Hannibals und die Geschichte des schottischen Helden Wallace, welche ihn mit glühender Vaterlandsliebe erfüllte. Auch die bedeutendsten Dichter Englands, besonders Pope und Shakespeare, selbst philosophische Schriften, wie von Locke und Bayle, hatte er im Alter von 16 Jahren bereits gelesen. Dies förderte ihn mehr als der Privatunterricht, den er trotz der dürftigen Verhältnisse der Eltern empfing. Der Vater hatte inzwischen eine Pachtung, Mount Oliphant, übernommen, und der heranwachsende Sohn musste ihm bei der Feldarbeit beistehen. Hier, hinter dem Pflug, war es, wo sein dichterischer Genius, durch die Liebe zu einem Landmädchen geweckt, seinen ersten Flug versuchte.

19 Jahre alt, kam er auf die Schule in Kirk-Oswald, einem Städtchen an der Meeresküste, um mathematische Studien zu treiben; aber auch diese wurden bald wieder durch die Liebe unterbrochen. Der junge Bauernsänger, zugleich der munterste Gesellschafter, erregte bald die Aufmerksamkeit seiner Nachbarn und wurde nun in einen Strudel rauschender Vergnügungen hineingezogen, dem er bei seiner Erregbarkeit nur zu wenig Widerstand leistete. Als der Vater mit Strenge dagegen einschritt, verließ Burns das väterliche Haus und etablierte in Gesellschaft eines Webers einen Flachshandel in Irvine.

Landarbeit und Familie

Aber sein Haus ging in Feuer auf, und sein Kredit war dahin. Nach dem Tode des Vaters (1784) fühlte Burns die Verpflichtung, die Stütze der Familie zu werden, und übernahm mit seinem Bruder Gilbert eine kleine Pachtung in Mosgiel bei Mauchline, wo er eine rastlose Tätigkeit entwickelte, ohne jedoch, von Missernten heimgesucht, dem Unglück wehren zu können. Die ernstere Richtung, in der ihn die Verhältnisse geführt hatten, zeigte sich zugleich in einem geregelten Leben wie in der größeren Stetigkeit seiner Neigungen.

Hier an den Ufern des Ayr fand er jene Hochland-Mary (Mary Campbell, Milchmädchen auf dem nahen Schloss Montgomery), der seine schönsten Lieder gewidmet sind, und der er lebenslang (sie starb früh) das treueste Andenken bewahrte. Trotzdem knüpfte er schon kurze Zeit nach Marys Tod mit einem andern Mädchen, Jean Armour, ein Verhältnis an, das bald vor den Augen der Welt eine Rechtfertigung durch die Ehe erheischte. Burns war dazu bereit, allein die Verbindung stieß von Seiten des streng calvinistischen Vaters auf Hindernisse.

Erfolge

Schon hatte der verzweifelnde Dichter den Entschluss gefasst, eine Stellung als Plantagenaufseher in Jamaika anzunehmen, als er erfuhr, dass eine Sammlung von Gedichten, die er auf Subskription hatte drucken lassen, in Edinburgh begeisterten Beifall gefunden und ihm einen Reingewinn von 20 Pfund Sterling abgeworfen habe. Burns begab sich nun nach Edinburgh, wo er eine glänzende Aufnahme fand und allgemein bewundert und verehrt ein Jahr verweilte. Zugleich gab er eine 2. Auflage seiner Gedichte heraus unter dem Titel "Poems chiefly in the Scottish dialect", die ihm 500 Pfund Sterling einbrachte. Es gilt als sein wohl wichtigstes Werk.

Endlich kehrte er in die Einsamkeit seinem Hochlandes zurück, im Herzen noch treu an Jean hängend, die ihm inzwischen Zwillinge geboren, und die der strenge Vater dem gefeierten Dichter nun nicht länger versagte. Burns pachtete 1789 ein Gut bei Dumfries, das sich jedoch in etwas verwahrlostem Zustand befand; dazu nahmen ihn häufige Besuche und damit verbundene Zerstreuungen stark in Anspruch, und so kam es, dass er schon nach 3 1/2 Jahren die Pachtung mit großem Verlust aufgeben und sich nach einer andern Stellung umsehen musste.

Durch Vermittlung des Grafen von Glencairn erhielt er einen Posten als Steueraufseher, der ihm jährlich 70 Pfund Sterling eintrug, aber begreiflicherweise seiner Neigung wenig zusagte; dazu kamen andere Widerwärtigkeiten. Trotzdem dichtete Burns um diese Zeit viele schöne Lieder und schrieb politische Aufsätze in die Tagesblätter.

Letzte Jahre

Die ersten Ereignisse der französischen Revolution hatten ihn mächtig ergriffen, aber seine unumwunden ausgesprochenen Gesinnungen zu Gunsten derselben ließen ihn als Jakobiter erscheinen und raubten ihm die Gunst seiner vornehmen Gönner und Freunde. Auch verhehlte er nicht seine warme Liebe zu der verdrängten Dynastie der Stuarts.

Das ungeregelte Leben, eine Folge seines Berufs sowohl als der abnehmenden Festigkeit des Willens, der häufige Genuss geistiger Getränke, dem er sich hingab, untergrub seine Gesundheit. Eine schwere Krankheit nötigte ihn, seine Amtstätigkeit aufzugeben, und nach kurzem Aufenthalt in einem benachbarten Seebad starb er 1796 in Dumfries, erst 38 Jahre alt an einer Infektion mit Streptokokken, die wohl bei einer Zahnextraktion in seinen Körper gelangten.

Werke

Burns folgt in seinen Gesängen keinem anderen Lehrer als der Natur, kennt keine andere Begeisterung, als die er aus der Tiefe seines Herzens und aus dem wirklichen Leben schöpfte. Er dichtete nur Selbstempfundenes und Selbsterlebtes; seine Gedichte spiegeln wechselweise seine Freuden und seine Schmerzen, seine Hoffnungen als Kind, seine Liebesneigungen als Jüngling, seine treue Anhänglichkeit an sein Hochland und an die Freiheit, seine Träumereien und sein Murren gegen die zivilen Bande und werden schon als Zeugnisse volkstümlicher Anschauung und Denkungsart einer Nation, die mehr und mehr erstirbt, bleibenden Wert behalten, und in allen seinen Liedern klingt es und singt es wie von selbst, auch hierin sind sie echten Volksliedern gleich.

Auf die englische Literatur übte seine gesunde und frische Natürlichkeit einen großen Einfluss aus: Scott und Moore, die Seeschule, selbst Byron und Shelley stehen auf seinen Schultern.

Auch in der Prosa zeichnete sich Burns aus. Seine Briefe und kleinen politischen Schriften zeigen eine Reinheit und Leichtigkeit des Ausdrucks, eine Eleganz, Mannigfaltigkeit und Kraft, welche den Mann von Genie bekunden.

Nachhaltig berühmt ist das von ihm getextete Lied Auld lang syne, das deshalb nachfolgend kurz wiedergegeben wird. Es wird das traditionsgemäß zum Jahreswechsel gesungen, um der im abgelaufenen Jahr Verstorbenen zu gedenken:

Should auld acquaintance be forgot
And never brought to mind?
Should auld acquaintance be forgot
And days of auld lang syne?
Ref: For auld lang syne, my dear
For auld lang syne
We'll have a cup o'kindness yet
For auld lang syne
And there's a hand, my trusty feire
And gie's a hand o' thine
And we'll tak a right gude-willie waught
For auld lang syne.

Zum Besten seiner Witwe und seiner Kinder veranstaltete sein Freund Currie eine Sammlung seiner Werke (Lond. 1800, 4 Bde.), worin jedoch mehrere seiner ausgezeichnetsten Dichtungen fehlen, die sich zum Teil in den später von Cromek herausgegebenen Relics of Robert Burns (Lond. 1808) vorfinden. Seitdem erschienen zahlreiche Ausgaben, meist mit Biografie und Noten, unter andern von Gilbert Burns, des Dichters Bruder (Glasgow 1820, 4 Bde.); von Cunningham (Prachtausgabe, Lond. 1835, 8 Bde.); von Blackie (Edinb. 1871, 2 Bde.); von R. Chambers (mit vorzüglicher Biografie, neue Ausg. 1873, 4 Bde.); von A. Smith (Lond. 1880, 2 Bde.); von Paterson (Edinb. 1880, 6 Bde.). Deutsche Übersetzungen der Gedichte (meist in Auswahl) lieferten Ph. Kaufmann (Stuttg. 1840), Heintze (Braunschw. 1840), Pertz (Leipz. 1859), Bartsch (Hildburgh. 1865), Laun (3. Aufl., Brem. 1885) u. a.

Unter seinen Biografien sind noch die von Lockhart (Edinb. 1828 u. öfter) und Sharp (Lond. 1879) hervorzuheben. Eine treffliche Charakteristik des Dichters gibt Earlyle in seinen Essays, Bd. 1.

In Dumfries wurde dem Dichter 1859 ein Denkmal gesetzt. Sein Gedenktag ist 25. Januar, Burns Night genannt, und zu diesem Termin werden in Burns Suppers seine Gedichten feierlich vorgelesen. Burns Werke haben selbst über 200 Jahre nach seinem Tod noch immer einen großen Stellenwert in Schottland, was unter anderem auch daran gesehen werden kann, dass zur Eröffnung des Parlaments 1999 das Lied "A Man's A Man for A' That" (auch "For A' That and A' That") gesungen wurde.

   
   
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