Äußere Hebriden-Karte  

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Bevor wir Euch hier etwas über die Geschichte der Äußeren Hebriden erzählen, haben wir noch ein paar Anmerkungen für alle, die in der Zukunft mal die Hebriden besuchen möchten.

Schon seit Jahren wollten wir unbedingt zu den Inseln, nachdem wir diverse Fernsehberichte gesehen hatten. Uns war jedoch klar, dass die meisten Sehenswürdigkeiten „outdoor" sind und sich somit eine Überfahrt mit Camping nur bei absehbar gutem Wetter lohnen würde. Es sind fast 5 Jahre ins Land gezogen, bis wir das Abenteuer wirklich angegangen sind.

allg 01Und dass es ein Abenteuer war, kann man zu Recht sagen. Leider sind die Infos, die man im Vorfeld zu den Hebriden finden kann, sehr spärlich (keine Panik – wir haben reichlich Infos mitgebracht!) und so wussten wir z.B. nicht, dass auf den Hebriden nicht nur sehr viel gälisch gesprochen wird, sondern auch die Straßenschilder fast ausschließlich in gälischer Sprache gehalten sind. Wenn man Glück hat, erhascht man mal eines mit dem schottischen Namen, doch die findet man nur in den normalen Karten und so entwickelt sich eine gezielte Anfahrt eines Zieles schon mal zum Ratespiel.

Wer wie wir mit einem Navi fährt, der kennt ja schon die unterhaltsame Situation, wenn man das Navi bei schottischen Namen nicht auf den englischen Modus umgestellt hat. Das kann dann schon mal zu seltsamen lustigen Aussprachen kommen. Toppen kann man das Ganze nur, wenn man wir wie mit deutschsprachigem Navi auf einer gälischen Insel unterwegs ist. Zeitweise sind wir vor Lachen fast vom Motorrad gefallen.....

Aus diesem Grunde werden wir auch versuchen, sowohl die schottischen als auch die gälischen Namen der Inseln, Städte usw. aufzuführen, damit es Euch ggf. etwas leichter fällt als uns bei unserem ersten Besuch.

allg 04Das zweite Thema, was wir hier kurz ansprechen möchten, sind die Fährverbindungen. Ok, die Fähren sind nicht ganz günstig, doch wie wir erfahren haben, will die Fährgesellschaft den Tourismus etwas ankurbeln und die Fährpreise deutlich senken. Ob dies Realität wird, bleibt abzuwarten. Fest steht auf jeden Fall, dass die angebotenen Kombi-Tickets nicht immer die günstigste Variante sind. Man sollte sich also vorher genau überlegen, wie und wohin man fahren möchte.

In unserem Fall war uns klar, dass wir die Inseln von Norden nach Süden abfahren wollten. Gestartet sind wir in Uig auf Skye und können uns hier nur noch mal für die freundliche Beratung des Ticketverkäufers bedanken. Der gab uns den Tipp, ein bestimmtes Kombi-Ticket mit Einzelfährverbindungen zu buchen, wodurch wir unsere Urlaubskasse erheblich schonen konnten. So, doch nun zur Geschichte der wirklich traumhaften Inseln westlich von Schottland!

Bei den Wikingern hießen die Äußeren Hebriden oder auch Western Isles genannt, „Insel am Rande des Meeres". Dies ist eine recht treffende Bezeichnung für die Inseln, die sich als ca. 200 km lange Kette in einer Entfernung von 50 bis 100 km vom Festland erstrecken.

Bereits von ca. 6.000 Jahren waren die Hebriden bewohnt, wie der Steinkreis von Callanish und andere Steinsetzungen beweisen. Ab dem 8. Jh. standen die Inseln unter der Herrschaft der Norweger, die sie von Orkney aus regierten. Im Jahre 1266, nach der gewonnenen Schlacht von Largs, gingen die Inseln an Schottland über. Danach regierten die „Lord of the Isles" - mehrere mächtige Clans wechselten sich ab und rivalisierten um die Herrschaft. Auch von den Clearances blieben die Hebriden nicht verschont.

Seit 1974 werden die Inseln von dem Western Isle Council mit Verwaltungssitz in Stornoway auf Lewis verwaltet. Er versucht, den Lebensstandard für die ca. 31.000 Bewohner zu verbessern.

allg 03Die Äußeren Hebriden besitzen eine der höchsten Arbeitslosenquoten in Schottland. Auch die Arbeitsplätze in den traditionellen Erwerbszweigen, wie dem Fischfang, sind rückläufig. Um ihre Einnahmen aufzubessern, bewirtschaften manche Familien immer noch wie von alters her ein kleines Stück Land (Croft). Zusätzlich versorgen die zahlreichen vorhandenen Moore die Bewohner mit kostenlosem Heizmaterial. Auch heute noch wird der Torf auf die gleiche mühsame Art wie seit Jahrhunderten gestochen. Warum der Torf und das reichlich vorhandene Süßwasser aber nicht zur Herstellung von Whisky verwendet werden, ist uns nicht bekannt.

Im 19. Jh. lebte ein Großteil der Bevölkerung noch in sogenannten Black Houses. Einfache Bauernhäuser aus aufeinandergeschichteten Steinen, deren Doppelwände mit Torf und Erde isoliert wurden. Viele Häuser besaßen abgerundete Ecken, um weniger windanfällig zu sein. Gedeckt waren die Häuser mit Stroh, das sich vom Rauch des Torffeuers verfärbte und noch vor einigen Jahrhunderten als Düngemittel verwendet wurde. Zusätzlich sorgte das Vieh im Stall, der nur durch eine Wand vom Wohnraum getrennt war, für Wärme in dem recht rauen Klima. Die Häuser besaßen keinen Kamin und viele der Hebridenbewohner litten in der rauchigen und feuchten Umgebung an Lungenkrankheiten.

allg 02Ein weiterer Einkommenszweig war die Weberei. Der hier hergestellte Harris Tweed ist inzwischen zu einem weltbekannten Markenzeichen geworden. Ursprünglich nur für den Eigenbedarf gedacht, mischten die Inselbewohner die Wolle zweier Schafarten und erhielten eine grobe Wolle, aus deren Garn ein dichter, weitgehend wind- und wasserundurchlässiger Stoff gewonnen wurde.

Im Jahre 1840 boten Lord und Lady Dunmore diesen Stoff auf dem Festland an, wo er sofort angenommen wurde und durch diesen Erfolg gründeten die Weber 1909 die Harris Tweed Association und ließen ihren Tweed patentieren. Seitdem ist er mit einem Qualitätszeichen, einer Erdkugel mit einem Malteserkreuz, versehen. Nur handgewebter Tweed, der auf den Inseln Harris, Lewis, Uist und Barra aus 100% reiner Schafwolle hergestellt wurde, darf dieses Qualitätssiegel tragen.

Heute arbeiten noch ca. 800 Weber auf den Inseln, und ein Großteil der Produktion wird weltweit exportiert. Früher wurde die Wolle noch von Hand gewaschen, gekämmt, gesponnen und mit Pflanzenfarben gefärbt. Inzwischen haben chemische Farben ihren Einzug gehalten, die Wolle wird maschinell verarbeitet, aber an der Tweedherstellung in traditioneller Heimarbeit halten die Weber immer noch fest.

Die höchste Erhebung der Hebriden ist der Clisham mit ca. 800 m im Norden von Harris, der lange Zeit eine unüberwindbare Grenze zwischen Lewis und Harris bildete. Die anderen Berge erreichen höchstens 400 m, und weite Teile der Inseln sind Flachland. Die Landschaft besteht weitgehend aus Mooren, Seen und Watt. Auf den früher baumbestandenen Inseln ist die Vegetation inzwischen eher dürftig, nur Moor, Gras und Heidekraut und unzählige Wildblumen beleben die Landschaft.

allg 05Eine Besonderheit einzelner Hebriden-Inseln ist die heilige Sonntagsruhe. Die presbyterianische Free Church, die von Lewis bis Benbecula vertreten ist, verbietet ihren Mitgliedern jede Tätigkeit außer dem Kirchgang. Das bedeutet, dass alle Geschäfte und auch die Tankstellen geschlossen und die Straßen menschenleer sind. Auch von den Touristen wird ein entsprechendes Verhalten gerne gesehen. Südlich von Benbecula ist die katholische Religion vorherrschend.

   

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