geboren: 1545 in Yorkshire

gestorben: 1567 in Edinburgh

Kdarnleyurzbeschreibung: Ehemann der Mary Stuart, Titularkönig von Schottland

Henry Stewart war seit 1565 König von Schottland, Herzog von Albany und Earl of Ross, besser bekannt als Lord Darnley, war der Cousin ersten Grades und zweite Ehemann der Mary Stuart, Oueen of Scots und Vater King Jacob I von England, Schottland und Irland.

Heinrich wurde 1545 als ältester Sohn des Matthew Stewart, 4. Earl of Lennox und Margaret Douglas, Tochter des Archibald Douglas, 5. Earl of Angus, in Temple Newsam House in Yorkshire, dem "Hampton Court des Nordens", geboren. Durch seine Mutter war er ein Urenkel König Heinrichs VII von England. Heinrich, der gleichzeitig auch vom schottischen Königshaus abstammte, war - nach Maria Stuart selbst - der nächste Anwärter auf den schottischen Thron. Nach seiner Heirat mit Maria erhielt er zwar den Titel "König", hatte selbst aber keine Regierungsgewalt.

Lord Darnley wuchs in England auf. Er war intellektuell nicht sonderlich begabt, zeichnete sich aber durch seine außerordentliche Geschicklichkeit in militärischen Übungen aus. Nach dem Tode Franz II 1560 sandte ihn seine Mutter nach Frankreich, da sie ihren Sohn gerne als Elisabeths Nachfolger auf dem englischen Königsthron sehen wollte und eine Heirat mit seiner Cousine Maria Stuart ihr das richtige Mittel zum Zweck zu sein schien. In der Folge wurden Mutter und Sohn, die beide englische Untertanen waren, 1561 von Elisabeth inhaftiert, nach kurzer Zeit aber wieder freigelassen. Darnley verbrachte einige Zeit am englischen Hof, bevor er sich 1565 nach Schottland aufmachte. Die Heirat mit Maria Stuart war eine Liebesheirat, gleichzeitig aber auch ein politisches Kalkül. Maria, die ihren neuen Verehrer während einer Krankheit (Masern) gepflegt hatte, entschied sich überraschend, ihn zu heiraten. Sie fand Darnley sei der beste und gutaussehendste Mann, dem sie je begegnet war.

Die Haltung Elisabeth's zu dieser Heirat ist nicht eindeutig und nur schwer zu verstehen. Einerseits hatte sie Darnley die Reise nach Schottland erlaubt und es wird auch behauptet, dass sie Maria in diese Verbindung verwickelt habe. Andererseits haben sie und der Kronrat ihr Missfallen erklärt und Darnley und seinen Vater nach England zurückbeordert. Möglicherweise fürchtete sie zwar die dynastischen Implikationen, begrüßte im Stillen aber die Unruhe, die diese Verbindung am schottischen Hof verursachen würde. Darnley war Katholik und man befürchtete eine Wende in der - protestantischen - Innenpolitik. Tatsächlich protestierte der Earl of Moray, Marias Halbbruder James, gegen die katholische Ehe und ging mit einigen protestantischen Adligen nach England, andere wurden von Maria verbannt. Elisabeth kannte den jungen Darnley, der an ihrem Hof gelebt hatte, und wusste, dass er intellektuell nicht in der Lage sein würde eine ernsthafte Aufgabe in der schottischen Regierung zu übernehmen. Auf jeden Fall kamen Vater und Sohn der Aufforderung nach England zurückzukehren nicht nach und die Hochzeit fand am 29. Juli 1565 in der Kapelle des Holyrood-Palastes in Edinburgh statt.

Die Ehe zwischen der melancholischen 22-jährigen Königin und dem unreifen und eitlen 19-jährigen Darnley endete im Desaster. Es ist nicht zu leugnen, dass Maria, die binnen kurzem schwanger wurde, anfangs in ihren gutaussehenden Bräutigam verliebt war, aber diese Begeisterung kühlte schnell ab und die Eheleute entfremdeten sich rasch. Die Darnleys waren als überheblich und anmaßend bekannt; Heinrich selbst galt als kindisch und hochmütig, mit einem Hang zur Gewalttätigkeit. Er war verwöhnt und maßlos in seinen Forderungen. Seine Stellung als Königsgemahl und seine eingeschränkte Teilnahme an der Staatsführung genügten ihm nicht. Er, der um jeden Preis König werden wollte, fühlte sich in seinem Stolz verletzt, als das Parlament sich weigerte ihn zum König (king in his own right) zu machen. Er war auch anfällig für bösartige Gerüchte und beteiligte sich an einer Verschwörung schottischer Lords, die sich auch gegen den Privatsekretär und Vertrauten der Königin, David Rizzio, wandte. Eifersüchtig ermordete er mit seinen Komplizen den Italiener am 9. April 1566 vor den Augen seiner hochschwangeren Gemahlin. Maria wurde unter Hausarrest gestellt, konnte aber mit Hilfe ihres charakterschwachen Gemahls, der die Fronten gewechselt und sich wieder auf ihre Seite gestellt hatte, nach Dunbar entkommen.

Darnley starb im Februar 1567 unter bis heute nicht geklärten Umständen. Nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes James am 19. Juni 1566, der als Jacob I 1603 die beiden Königreiche England-Irland und Schottland in seiner Person vereinigen sollte, war die Erbfolge gesichert und Maria wandte ihre Gunst ihrem zukünftigen dritten Ehemann James Hepburn, vierter Earl of Bothwell, zu. Darnley, dessen Mitverschwörer sich wegen seines Seitenwechsels von ihm abgewandt hatten, war jetzt isoliert. Als Mordgerüchte aufkamen fürchtete er um sein Leben und machte sich auf, Schottland zu verlassen, wurde aber durch verschiedene Umstände an seinem Plan gehindert. Er floh nach Glasgow, wo ihn eine Krankheit (möglicherweise Syphilis, man spricht auch von einer Vergiftung) niederwarf, während der ihn seine Frau öfter besuchte. Möglicherweise versöhnten sich die beiden wieder, denn Darnley wurde überredet wieder nach Edinburgh zurückzukehren.

Mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand reiste er in kurzen Etappen und machte in Kirk o'Field, innerhalb der Stadtmauern Edinburghs, Station. Am Abend des 9. Februar 1567 verabschiedete sich Maria herzlich von ihm und reiste ab zur Hochzeit ihrer Zofe. Kurz darauf gab es in seiner Herberge eine gewaltige Explosion, die das Haus völlig zerstörte. Darnley selbst und sein Diener wurden tot in der Nähe des Hauses in einem Obstgarten außerhalb der Stadtmauern gefunden. Da er unbekleidet war und keine Verletzungen aufwies, nimmt man an, dass er auf der Flucht erdrosselt wurde. Die Täter wurden nie ermittelt. Darnleys sterblichen Überreste wurde in der Kapelle des Holyrood-Palastes beigesetzt.

Darnleys gewaltsamer Tod ist bis heute Gegenstand vielfältigster Diskussionen und Spekulationen. War Maria darin verwickelt? War sie möglicherweise sogar daran beteiligt? Es scheint wahrscheinlich, dass die Königin ihren Liebhaber und zukünftigen Ehemann Bothwell beauftragt hat, den ihrer Liaison im Weg stehenden Gemahl zu beseitigen, aber Beweise gibt es für diese Vermutung keine. Wie auch immer, die Ermordung Lord Darnleys war ein wichtiger Meilenstein auf Marias Weg in den Abgrund, der innerhalb eines Jahres zum Verlust der schottischen Krone und schließlich zu ihrer Hinrichtung führen sollte.

   

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