duns leiste
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Nördlich von Coldstream liegt die beschauliche Handelsstadt Duns. Im Verlauf der Grenzkriege zwischen Schottland und England 1482 wurde sie leider nahezu dem Erdboden gleichgemacht. Das heutige Gewirr von krummen Straßen und verwinkelten Häusern lässt sich am besten vom höchsten Punkt der Stadt, dem Duns Law, erkennen.

Duns datiert ursprünglich auf das Jahr 1000 n. Chr. und mehrere Jahrhunderte später verwüstete es der englische King Henry VIII beträchtlich während eines Rachefeldzuges. Er „bedankte" sich 1544 damit bei den Schotten, dass Mary, Queen of Scots, seinen Sohn nicht heiraten wollte. Diese Epoche ist auch als die Zeit des Rough Wooing bekannt.

jim clark roomchirnside parish churchIn Duns erblickten zwei berühmte Menschen das Licht der Welt; John Duns Scotus, einer der führenden Philosophen des Mittelalters und Jim Clark. In der Newton Street 44 befindet sich der Jim Clark Room, in dem des 1968 am Hockenheimring ums Leben gekommenen Formel-1-Rennfahrers gedacht wird. Die sterblichen Überreste von Clark wurden, nebenbei bemerkt, auf dem Friedhof der nordöstlich des Ortes stehenden Chirnside Parish Church (1573) beigesetzt.

Aber auch im Ort selber gibt es mit der Christ Church eine durchaus sehenswerte Kirche. Sie wurde etwa 1854 erbaut und bei genauer Betrachtung stellt man fest, dass der Bau auf der Vorlage einer lutherischen Kirche aus dem deutschen Rheintal basiert.

Am nordwestlichen Stadtrand der Kleinstadt steht das im Gothic Revival Style errichtete Herrenhaus Duns Castle aus dem Jahre 1320. Der Sitz der Familie Hay of Duns and Drumelzier, der heute ein Hotel ist, kann für Hochzeiten oder andere Veranstaltungen gemietet werden.

abbey st bathansedins hall brochEtwa 9 km nordwestlich von Duns liegt das winzige Dorf Abbey St Bathans, das seinen Namen von der im Ort stehenden Kirche aus dem 7. Jh. bekommen hat. Unweit davon befindet sich eine der größten geschichtlichen Sensationen der Borders, der Edin's Hall Broch.

Der doppelwandige Wohn- und Verteidigungsturm aus der Eisenzeit ist nicht nur außergewöhnlich gut erhalten, sondern er steht auch noch an einer absolut untypischen Stelle in Schottland. Solche Bauten findet man normalerweise ausschließlich in Nord- und Westschottland. Wer einen recht weitläufigen unwegsamen Spaziergang durch traumhafte Landschaft nicht scheut, sollte also diese Mühe unbedingt auf sich nehmen.

edrom churchNatürlich gibt es östlich von Duns, in Richtung englischer Grenze, ebenfalls das ein oder andere zu sehen. Die nette 1130 errichtete Gemeindekirche Edrom Church bietet mit der Familiengruft der Logans of Edrom dem Besucher eine kleine Attraktion. Der Torbogen zur Gruft ist noch aus der Gründungszeit erhalten geblieben und man kann ihn im Original besichtigen.

Wesentlich jünger, im Gegenzug dazu aber absolut pompös, ist das östlich davon stehende Herrenhaus Manderston aus dem Jahre 1860. Der Familiensitz der Millers ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wenn der Besitzer zum Architekten sagt "Geld spielt keine Rolle". Das ließ sich der Baumeister John Kinross nicht zweimal sagen.

foulden mordington parish churchfoulden tithe barnEin exzellentes Beispiel für Kirchenpolitik kann man in dem östlich liegenden Örtchen Foulden finden. Direkt neben der Foulden & Mordington Parish Church aus dem Jahre 1786 steht der alte Getreidespeicher Foulden Tithe Barn. Vor der Reformation gaben die Mitglieder der örtlichen Kirchengemeinde ein Tithe (Zehntel) ihrer Jahresernte an die Kirche, das man in einem Barn (Schuppen) lagerte.

Noch weiter Richtung Osten, kurz vor der Grenze zu England, befindet sich mit dem Paxton House aus dem Jahre 1785 ein weiteres Herrenhaus, das für Besucher geöffnet ist. Das imposante, wunderschöne Anwesen verzaubert die Touristen und macht ohne Frage Lust auf mehr. Nicht nur wegen seiner großartigen Lage bezeichnet man das Paxton House als eines der schönsten Landhäuser aus dem 18. Jh., denn die Inneneinrichtung gilt als Schottlands größte Ansammlung von Chippendale- und anderen besonderen Möbeln.

Reisende, die sich in Richtung Südwesten bewegen, sollten die Langton Parish Church in Gavinton besuchen. Der etwa 1872 im gotischen Stil errichtete Kirchenbau dominiert das Bild des Dorfes und bietet ein reizvolles Fotomotiv. Nicht weit entfernt steht in der winzigen Siedlung Fogo das gleichnamige Gotteshaus Fogo Kirk, das mit seinem Erbauungsdatum von 1159 weitaus älter ist, als das zuvor genannte. Es ist ein schönes, seltenes Exemplar einer traditionellen presbyterianischen Church of Scotland.

Aber auch dem nordwestlich Weiterreisenden bieten sich diverse Möglichkeiten für den nächsten Zwischenstopp. Zwar ist das am nördlichen Stadtrand stehende Duns Castle aus dem Jahre 1320 nur aus der Ferne zu sehen, doch vielleicht ist ein Schnappschuss vom Herrenhaus machbar. Es ist übrigens der Sitz der Familie Hay of Duns and Drumelzier.

Wer die wunderschöne Strecke in Richtung Whiteadder Reservoir nimmt, der kommt unweigerlich an der Cranshaws Kirk vorbei, die möglicherweise ein besseres Fotomotiv bietet. Sie wurde 1739 erbaut und mit einem Besuch reiht man sich in eine lange Reihe von wichtigen Persönlichkeiten ein, die hier waren, schließlich besuchte sogar einst Jacob VI dort eine Messe.

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