From Address: To:

Ort

Straße

PLZ

Tel.

Öffnungszeiten

Coldstream 76 High Street TD12 4DH +44 1890 882607 ganzjährig
Eyemouth Market Place TD14 5HE +44 1825 863170 ganzjährig
Galashiels St. Johns Street TD1 1 +44 1869 755551 März-Oktober
Hawick Drumlanrigs Tower
Kirkstile
TD9 0AE +44 1450 373993 Mo.-Sa. 10.00-17.00 Uhr
So. 13.00-16.00 Uhr
Jedburgh Abbey Place TD8 6BE +44 1835 863170 Mo.-Sa. 9.00-18.00 Uhr
So. 10.00-17.00 Uhr
Kelso Town House
The Square
TD5 7HF +44 1573 223464 Mo.-Sa. 9.30-17.00 Uhr
So. 10.00-14.00 Uhr
Melrose Abbey House
Abbey Street
TD6 9LG +44 1896 822555 Mo.-Sa. 9.30-17.00 Uhr
So. 10.00-14.00 Uhr
Peebles High Street EH45 8AG +44 1721 720138 Mo.-Sa. 9.00-17.30 Uhr
So. 10.00-16.00 Uhr
Selkirk West Port TD7 4BL +44 1835 863170 April-September

 

Beitragstitel

Beschreibung

Berwick-Upon-Tweed

engl. Hafenstadt mit schöner Stadtmauer, um die fast 200 Jahre die Schotten und Engländer kämpften

Burnmouth

kleine Hafenstadt an der A1, die unterhalb der 90 m hohen Klippen liegt 

Cockburnspath

kleiner Ort, der das "offizielle" östliche Ende des Southern Upland Way ist 

Coldingham

kleiner beschaulicher Ort, der durch die Ruine der Coldingham Priory bekannt ist

Coldstream

Grenzstadt, auf der schottischen Uferseite des River Tweed, die einst Hauptsitz von General Monck,  militärischer Gouverneur von Schottland, war

Duns

kleine Handelsstadt in der der berühmte Formel-1-Rennfahrer Jim Clark geboren wurde

Earlston

hübsche Kleinstadt in der die Ruine des Rhymer's Tower steht, wo einst Thomas the Rhymer (der Seher) lebte

Ettrick

verschlafener Ort mit sehenswerter Kirche und Friedhof, auf dem James Hogg begraben liegt

Eyemouth

ehemaliges Schmugglerörtchen, das heute als Erholungsort bekannt ist

Galashiels

lebhafte Einkaufsstadt und Zentrum der schottischen Wollverarbeitung

Greenlaw

kleiner verschlafener Ort, der einst Verwaltungszentrum der Region war

Hawick

Stadt mit der größten Textilindustrie in den Borders und bekannt durch das Common-Riding-Fest

Innerleithen

achtgrößte Stadt in Borders mit einst blühender Wollindustrie, bekannt für die Heilquelle St Ronans Well 

Jedburgh

hübsche Stadt, bekannt für ihre Tweed-Herstellung und die Ruine des Klosters 

Kelso

eines der schönsten Städtchen in den Borders, das von jeher ein wichtiges Handelszentrum für Holz, Kohle und Vieh war 

Lauder

kleiner Ort in unmittelbarer Nachbarschaft zum  Thirlestane Castle, dem Heim der Familie Maitland 

Melrose

kleiner Ort mit berühmter Abbey-Ruine

Morebattle

kleiner, hübscher Ort, in dem sich die Common Ridings aus Kelso und Jedburgh zum ersten Mal trafen um gemeinsam gegen die feindlichen Engländer, die „Border Reivers" zu kämpfen.

Peebles

hübsche Kleinstadt, geprägt durch den Wohlstand, den die aufstrebende Wollindustrie der Stadt in den letzten Jahrhunderten beschert hat

Selkirk

nettes Städtchen mit reichlich Geschichte 

St Abbs

kleine Hafenstadt, die äußerst beliebt bei Tauchern ist

St Boswells

am St Cuthberts Weg liegende Kleinstadt, die bei Touristen durch die Ruine der Dryburgh Abbey bekannt ist

Stow

kleines Dörfchen nördlich von Galashiels

West Linton

kleine Weberstadt, in der Bernard of Linton,  Abt des Klosters Arbroath und Verfasser der Unabhängigkeitserklärung, geboren wurde 

 

stow leiste
Bildquelle: Copyright by Schottlandfieber.de

The Stow of Wedale (umgangssprachlich Stow) ist ein knapp 600 Bewohner zählendes Dörfchen 10 km nördlich von Galashiels und liegt direkt an der A7. Der Name „Stow" dürfte aus dem Altenglischen kommen und so viel wie „Heiliger Platz" oder „Furt" bedeuten, während „Wedale" am ehesten mit „Tal" zu übersetzen ist. Eine weitere Übersetzung von „Wedale" lautet „Woe-Tal" (wörtlich übersetzt „Tal der Leiden"), wo laut den Überlieferungen King Arthur eine seiner Schlachten führte.

stow old kirkDas Dorf entstand im Umfeld der um 1242 geweihten St Mary's Church, es gab jedoch schon wesentlich früher eine andere und somit ältere Kirche in der Gegend. Der erste Kirchenbau wird bereits in Unterlagen des 7. Jh. erwähnt – die ältesten sichtbaren Spuren eines vorherigen Gotteshauses stammen aus dem späten 15. Jh. und können auf dem Kirchengrund der auch als Stow Old Kirk geläufigen Ruine bewundert werden.

Auf diesem Gelände kann man ebenso die Überreste des Bishop's House entdecken, in dem – wenn man den Überlieferungen glaubt – einst der Bishop of St Andrews während der Sommermonate residierte.

st marys of wedale churchDie aktuelle Kirche, St Mary's of Wedale, beeindruckt durch ihren fast 45 m hohen Uhrenturm, dessen Uhr in früheren Zeiten den Ruf besaß, ausgesprochen genau zu sein.

Die Uhr zeigt die Uhrzeit so genau an, dass die Lokführer – als Stow noch einen eigenen Bahnhof hatte – regelmäßig ihre Uhren nach der Kirchturmuhr stellten. Somit sicherte diese die Pünktlichkeit auf der Linie von Hawick nach Edinburgh. Jedenfalls, diese Glanzzeit der Uhr ist Vergangenheit – ab 1849 kam die Bahn hier an, doch 1969 wurde der Betrieb bedauerlicherweise wieder eingestellt. Wie in diversen anderen Ortschaften denkt man jedoch darüber nach, die Bahnlinie erneut aufleben zu lassen.

bridge to heavenWie erwähnt, gab es im Ort schon früher eine Kirche – und da der Schotte bekanntermaßen nichts verkommen lässt, fanden auch die Steine dieses Gebäudes Verwendung. Man nutzte sie für die Errichtung der gegenüber St Mary's of Wedale stehenden Brücke. Dieses als Bridge to Heaven bekannte Bauwerk steht seit 1655 und war die erste Überführung über den Fluss Gala Water. Sie machte es seit dem Zeitpunkt überflüssig, die beschwerliche Furt zu nutzen und somit leichter, die entlang der anderen Uferseite verlaufende Straße zu erreichen, die Edinburgh mit Galashiels verband. Heute übernimmt diese Rolle die A7.

Den Mittelpunkt von Stow bildet die 1855 erbaute Gemeindehalle, in welcher heutzutage zahlreiche Büros untergebracht sind.

o23-2012-2-001 o23-2012-2-002 o23-2012-2-003 o23-2012-2-004 o23-2012-2-005 o23-2012-2-006 o23-2012-2-007 o23-2012-2-008

Adresse

Koordinaten

Öffnungszeiten

N 55°41'30.80"
55.691890

W 2°51'42.52"
-2.861810

 

west linton leiste
Bildquelle: Copyright by Schottlandfieber.de

Nur knapp 30 km südwestlich von Edinburgh liegt West Linton, dessen Name aus dem (Angel-)sächsischen stammt. Dabei kann man „Lin" am ehesten mit „Wasser" übersetzten und somit einen Bezug zum nahegelegenen Fluss herstellen, der sich hier durch ein trockengelegtes Sumpfgebiet schlängelt. Der Begriff „ton" wiederum bedeutet „Town" also Stadt oder Siedlung. Sieht man nun beide Wörter im Zusammenhang, so ergibt sich „Town near the water" – „Stadt am Wasser".

Der Ort hieß nicht von Anfang an West Linton, denn im 12. Jh. war er als „Linton Roderyck" geläufig, benannt nach dem obersten Herrscher der Region „Roderyck the Liberal", der ebenso unter der weitverbreiteten Bezeichnung „King of Strathclyde" bekannt war.

Geschichtlich gesehen fristet der Ort ein Schattendasein. Bei aller Suche lässt sich schlichtweg keine Spur finden, um sie mit diesem Ort in Verbindung zu bringen, was indes nicht bedeutet, dass die Gegend völlig unbesiedelt war. Es gibt zahlreiche Funde, die eine menschliche Besiedelung über die vergangenen Jahrhunderte hinweg belegen.

So fand man in den umliegenden Hügeln die Überreste eines eisenzeitlichen Fort oder im West Water Resort entdeckte man bei Trockenlegungsarbeiten in einem Grab z.B. Steintruhen aus der Bronzezeit. Diese brachte man anschließend auf das Gelände des örtlichen Golfplatzes, um sie dort für die Nachwelt zu bewahren. Hier kann man sich auf Schautafeln über den Stand der Restaurierungsarbeiten auf dem Laufenden halten und bekommt somit Informationen zu dieser faszinierenden Tätigkeit. Die weiteren Funde aus dem Grab kann der interessierte Besucher im National Museum of Scotland in Edinburgh bewundern. Zu diesen Fundstücken gehören unter anderem gut erhaltene Gefäße, eine Halskette aus Kennel-Kohle (Steinkohle) oder die Bruchstücke eines sehr außergewöhnlichen Colliers aus Blei.

Wie erwähnt, spielte die Gemeinde eigentlich keine Rolle in der Geschichte Schottlands, jedoch so völlig ohne namhafte Personen geht es dann trotzdem nicht. Man sagt, dass King Edward I von England 1298 auf seinem Weg nach Ayr durch das Dorf ritt. Ebenso kamen Sir John Comyn und Sir Simon Fraser aus Neidpath auf ihrem Weg zur Schlacht in Roslin 1302 hier vorbei. Die am 6.4.1320 in der Arbroath Abbey unterschriebene Declaration of Arbroath (die schottische Unabhängigkeitserklärung) wurde – soweit überliefert – von Bernard of Linton, dem in Linton geborenen Abt des Klosters, verfasst. Somit kann man sagen, dass der Ort also doch eine bescheidene Rolle in der Geschichte Schottlands spielte, auch wenn es dabei lediglich darum ging, dass die Unabhängigkeit von England durch ein Schriftstück besiegelt wurde, welches ein Sohn der Stadt niederschrieb.

Ein Gebäude in Linton möchten wir allerdings schon ein wenig mehr in den Fokus rücken. Brig House (das heutige Medwyn House) gehörte einst James Wedderspuine, der gemeinsam mit weiteren Angeklagten für den Mord an David Rizzo – dem Sekretär von Mary Queen of Scots – verurteilt wurde. Dieses Haus beherbergte so große Namen, wie Charles X von Frankreich (kam in der Zeit seines Exils zum Jagen hierher) oder Robert Burns, den bedeutendsten Schriftsteller des Landes.

1631 erhielt der Ort Stadtrechte und somit die Befugnis, sowohl Märkte als auch Volksfeste abzuhalten. Anfangs veranstaltete man diese auf der Dorfwiese, zu einem späteren Zeitpunkt – weil immer mehr Händler sowie Schausteller kamen – auf dem Gelände des Brig House. Bei den Viehmärkten wurden jährlich viele tausend Rinder und weit über 30.000 Linton-Schafe verkauft. Linton-Schafe, sie werden auch Blackface Sheep genannt, erkennt man an ihren schwarzen Gesichtern sowie Klauen und der groben, dichten Wolle. Man schätzt sie zudem wegen ihrer Widerstandskraft und dem leicht süßlichen Fleisch.

Den maßgeblichsten Geschäftszweig des 19. Jh. stellte die Weberei dar – zu dieser Zeit arbeiteten mehr als 50 Weber in der Stadt. Ebenso produzierte man in Linton Bier, das in der Umgebung äußerst beliebte, aber auch kräftige Linton Brew. Außerdem besaß die Stadt eine Gerberei, aus der das Leder stammte, für die weithin bekannten Schuhe oder Stiefel, die durch die hiesigen Schuster in hochwertiger Handarbeit gefertigt wurden.

Der Übergang vom 19. in das 20. Jh. führte zu gewaltigen Veränderungen, denn die Einführung von Postbezirken brachte es mit sich, dass man dem Städtenamen ein „West" voransetzte, um sich von dem Ort Linton in East Lothian zu differenzieren.

Andere Neuerungen waren Mautstraßen, Frischwasserleitungen sowie ein Abwassersystem. Am Rand des Ortes errichtete man ein kleines Gaswerk, welches neben der Straßenbeleuchtung ebenso die Häuser einiger Auserwählter mit Gas für Licht versorgte. Darüber hinaus erreichte die Bahn West Linton – und mit ihr kam der erste Tourismus. Um die ständig steigende Zahl der Besucher zu beherbergen, baute man jene Gebäude, die man noch heute entlang der Hauptstraße sehen kann. Weitere Bauwerke kamen Mitte des 20. Jh. hinzu, da sich die Bevölkerungszahl zwischenzeitlich nahezu verdoppelt hatte.

st andrews church west lintonst mungos churchHauptattraktion des kleinen Ortes ist mit Abstand wohl die St Andrew's Church aus dem Jahre 1781. Das echte Kleinod versteckt sich ein wenig schüchtern hinter Bäumen, was dazu führt, dass viele Besucher die herrliche Kirche übersehen.

Eine weitere Kirche im Ort ist die St Mungo's Church aus dem Jahre 1851. Sie ist tatsächlich leicht zu übersehen, den sie liegt etwas versteckt am Ufer des Flusses Lyne Water.

o24-2012-2-001 o24-2012-2-002 o24-2012-2-003 o24-2012-2-004 o24-2012-2-005 o24-2012-2-006 o24-2012-2-007 o24-2012-2-008 o24-2012-2-009 o24-2012-2-010 o24-2012-2-011 o24-2012-2-012

Adresse

Koordinaten

Öffnungszeiten

N 55°45'07.06"
55.751960

W 3°21'20.84"
-3.355790

 

st boswells leiste
Bildquelle: Copyright by Schottlandfieber.de

Am südlichen Ufer des River Tweed liegt das verschlafene, knapp 1.100 Bewohner zählende Kleinstädtchen St Boswells. Es gehört zum Verwaltungsbereich „Eildon" in den „Scottish Borders", ist über die A68 erreichbar und lediglich 1,5 km südöstlich von Newtown St Boswells entfernt – wie der Name schon sagt, die neue Ansiedlung St Boswells.

Was der Mensch zum Leben braucht, findet er – Bäcker, Postfiliale, Metzger, Fish 'n' Chip-Shop sowie Café sind ebenso vertreten, wie der obligatorische Golfplatz und ein Rugby-Verein. Somit hat man sämtliche Dinge, die es lohnenswert machen hier zu wohnen. Augenblick mal, da fehlt doch noch eine Kleinigkeit- genau, ein Pub! Selbstverständlich gibt es auch dieses in dem kleinen Örtchen St Boswells.

Geläufig dürfte das Dorf all denjenigen sein, die schon auf dem St Cuthbert's Way wanderten oder dieses planen, denn dann kommt man unweigerlich durch St Boswells. Dieser Wanderweg verbindet Melrose mit Lindisfarne auf Holy Island in England und zählt mit seinen mehr als 100 km zu den beliebten Weitwanderwegen Schottlands. Den Namen hat der Ort im Übrigen im Gedenken an einen Abt, der einst in Melrose lebte – dem heiligen Boisil. Auch der Namensgeber des Wanderweges, der spätere heilige Cuthbert, war dort als Bischof tätig und wurde nach seinem Tod auf Holy Island beigesetzt.

Wer einmal echten Trubel in diesem sonst so idyllischen Dorf erleben möchte, der besucht St Boswells am besten am 18. Juli – an diesem Tag findet das jährliche Volksfest statt. Ursprünglich trafen sich an diesem Tag Zigeuner (die wir heute politisch korrekt natürlich Sinti und Roma nennen würden, in der „grauen Vorzeit", um die es hier geht, gab es diese Benennung aber noch nicht) und handelten mit Vieh – heute ist es indes ein ausgelassenes Stadtfest sowie ein Jahrmarkt, auf dem die Einheimischen ihre Handwerkskunst veräußern.

Die Region um den Ort besitzt eine lange Geschichte, denn schon vor 2.000 Jahren kamen die Römer bei ihrem Versuch, ihr Territorium in nördlicher Richtung auszuweiten hierher. Sie fanden weitläufige, durch Rotwild nebst Bären bewohnte, Moore sowie Sümpfe vor und die ebenso vorhandenen Wälder ermöglichten es ihnen, ihre Siedlungen zu errichten. Auch „Einheimische" waren hierzulande ansässig – überall gab es spärliche Ansiedlungen heidnischer Kelten, die sich an den reichen Lachsvorkommen der Gegend bedienten sowie mit Jagen und Ansätzen von Ackerbau ihren Lebensunterhalt bestritten.

Da die Römer nun ihre Straßen und Dörfer errichteten, kam es unweigerlich immer wieder zu Scharmützeln zwischen den Eindringlingen und den ursprünglichen Bewohnern. So kam, was kommen musste, die Römer zogen sich zurück, da sie die Lage einfach nicht unter Kontrolle bringen konnten. Grund dafür dürfte gewesen sein, dass sie schlichtweg nicht auf dem geeigneten Untergrund kämpften – wie sollte man auf Moor oder in Sümpfen diese allseits bekannten römischen Kampfformationen bewerkstelligen?

Mit dem Weggang der Störenfriede startete die Region so richtig durch. Es kam sowohl zu Kämpfen als auch Eheschließungen zwischen den Stämmen und der rege Handel untereinander blühte auf. Es begann förmlich eine Vermischung zu einem Gefüge, welches man als „Ganzes" bezeichnen konnte. Bedauerlicherweise wurde die selbständige Entwicklung gebremst, als die Gegend unter die Kontrolle der englischen Krone von Northumbria kam.

Im 7. Jh. regierte der Heide Oswald dieses Königreich, der nach seiner Konvertierung zum Christentum auf Holy Island ein Kloster gründete. Damit war der Grundstein für erneute Änderungen entlang des River Tweed gelegt. Mönche folgten ihm hinauf in Richtung des heutigen St Boswells und etablierten eine Klostergemeinschaft bei Old Mailors. Von dort aus besiedelten die Ordensbrüder nun die gesamte Region – einer dieser Klosterbrüder war der zuvor genannte heilige Boisil, der Namensgeber des Dorfes sowie der Kirchengemeinde St Boswells. Zu dem hier lebenden Boisil strömten schon bald die Menschen, die im Vorfeld von seinen heilenden Kräften erfahren hatten. Man stellte sich die Frage, warum wieder weggehen, wenn es doch viel leichter war, sich gleich in seiner Gegend niederzulassen? Schließlich wusste man nie, wann einen das nächste Zipperlein befallen sollte.

Jedoch war der heutige Ort noch nicht geboren, denn rasch bemerkte man, dass die umliegenden Quellen oftmals zu nassen Füßen führten. Man verlegte die eben entstehende Siedlung etwas höher hinauf nach Lessuden und somit dorthin, wo der Ort heutzutage liegt.

Lessuden war damals eine winzige Ansiedlung, die lediglich aus einer Straße – der derzeitigen Main Street von St Boswells – bestand. Parallel zu dieser Landstraße verlief ein Pfad entlang des Flusses, der durch schmale Fußwege mit dieser verbunden war. Bis heute erkennt man, dass damit einst das heutige Aussehen St Boswells festgelegt wurde und man kann also davon ausgehen, dass es 1544 schon so aussah. Zu jener Zeit machten die Truppen King Henry VIII unter dem Earl of Hertford die Abteien der Borders dem Erdboden gleich und richteten gewaltige Schäden im Ort an.

Diesen Verwüstungen fiel auch Lessudon House zum Opfer, das anschließend jedoch erneut aufgebaut wurde. In unmittelbarer Nachbarschaft zu diesem Herrenhaus stand einmal die Gemeindekirche St Mary's Church, die man im 12. Jh., zur Herrschaftszeit von David I, errichtete. Die Kirchengemeinde wechselte allerdings über die Jahre hinweg in eine Kirche nahe der Kapelle des St Boisil bei Benrig, die nach diversen Umbauten und Reparaturen, für mehrere Jahrhunderte genutzt wurde. Erst 1952 riß man sie endgültig ab.

Von nun an versammelte sich die Gemeinde in der im Ortskern liegenden Kirche, die eine ereignisreiche Geschichte besitzt. Hier spaltete sich die Glaubensgemeinschaft 1843 – aufgrund theologischer Entfremdung – in zwei Gruppen auf – Pfarrer verließen die Church of Scotland und bildeten die Free Church. Anfangs traf man sich in einem Schuppen hinter der örtlichen Schmiede, doch nach einer gewissen Zeit errichtete man ein eigenes Gebäude. Erst die Wiedervereinigung der Konfessionen brachten beide Pfarrbezirke wieder in einem Gotteshaus zusammen. Oftmals änderte der Kirchenbau seither den Namen.

Das Leben im Dorf war zu Beginn von Landwirtschaft geprägt, über kurz oder lang kamen ebenso handwerkliche sowie Handelsberufe hinzu. Bald darauf fand man Bäcker, Schreiner und Metzger im Ort - schlicht gesagt alles, was man aus anderen Dorfgemeinschaften kennt – sogar Bestatter wie auch Banker ließen sich nieder.

Das 19. Jh. brachte St Boswells gewaltige Änderungen. In der Main Street beauftrage Lord Polwarth of Mertoun Handwerker, einen Brunnen zu bauen. Dies war das erste öffentliche Wasserversorgungssystem, das den Ort durch Bleirohre mit Wasser versorgte. 1912 ersetzte man die mit Paraffin gespeisten Straßenlaternen durch Gaslampen, welche schon 17 Jahre darauf der elektrischen Beleuchtungen weichen mussten. Jedoch so ganz verschwunden sind die vergangenen Zeiten nicht, denn noch heute kann man an der Stadthalle zwei Öllampen aus dem Jahre 1902 bewundern.

1836 riss man die alte Schule ab und errichtete am heutigen „Hamilton Place" einen Neubau, an dem auch John Smith, der Erbauer der Wallace Statue in Dryburgh, beteiligt war. Die Mertoun Bridge wurde erbaut und ersparte zukünftig den Bewohnern nasse Füße beim Durchqueren des Flusses an der alten Furt.

Mit dem Anstieg der Bevölkerungszahl benötigte man neue Häuser und so entstanden die Sandsteinhäuser, die heute „West Croft" und „Jenny Moore's Road" bilden. 1896 eröffnete man die Stadthalle, die nicht nur für Gemeindeveranstaltungen, sondern ebenso als Stauraum für Dinge der Stadt und Ausrüstungsgegenstände der örtlichen Feuerwehr Verwendung fand.

Einen regelrechten Schub erlebte der Ort 1836 durch den Bau der Familie Kennel für den Anhang des Duke of Buccleuch. Die dort veranstalteten Jagden brachten viele neue Besucher, was zum Bau des Buccleuch Arms Hotel führte. Just in diesem Moment bewies der hiesige Schmied ein gutes Näschen und zog aus dem Osten der Siedlung an seinen heutigen Platz. Der Umzug sorgte nicht nur für räumliche Nähe zu dem Anwesen der Kennels sowie deren Stallungen, die irgendwann einmal gut und gerne über 50 Pferde beherbergten.

Eine weitere Einnahmequelle der Gemeinde stellten die umliegenden Straßen dar. Für die Nutzung der Verbindungen nach Melrose, Jedburgh sowie Kelso zahlte man Straßengebühr und noch heute kann man eine jener Mautstellen an der Mertoun Bridge entdecken.

Die größte Änderung brachte St Boswells indes der Bau der Eisenbahn im Jahre 1849 – mit den Schienen entstanden neue Jobs, wenngleich andere wegfielen. Hart hätte es die Henderson Brüder treffen können, denn schließlich betrieben sie bis zur Ankunft der Bahn einen Kutschservice für den Personen- sowie Gütertransport. Allerdings ermöglichte eine zusätzliche Neuerung es ihnen, die Kurve zu kriegen – mit dem Erwerb eines Ford T, dem ersten Auto der Gegend, wurden sie zur Attraktion. Von nun an beförderte man Reisende in einer pferdelosen Kutsche zum Bahnhof in Newtown. Zwar stellte man die Bahnlinie 1969 ein, doch es gibt Überlegungen, sie erneut aufleben zu lassen.

maxton parish churchEines sollte der Besucher St Boswells auf jeden Fall nicht unbeachtet lassen – den wunderschönen River Tweed. Mit seinem immensen Lachs- und Forellenbestand stellte er zu allen Zeiten einen wesentlichen Bestandteil des Ortes dar. Nicht zuletzt deshalb verdient er es, dass man ihn zumindest eines kurzen Blickes, wenn nicht gar durch ein kurzes Verweilen, würdigt. Unter Umständen bietet sich dazu eine Stippvisite in den Mertoun Gardens am östlich Stadtrand an. Die ca. 10 ha großen wunderbaren Gärten, die zu dem bedauerlicherweise nicht öffentlichen Mertoun House gehören, sind zweifelsohne immer einen Besuch wert. Auf dem Weg zu den Gärten empfiehlt sich ein Zwischenstopp an der Maxton Parish Church, einer kleinen Landkirche aus dem Jahre 1790.

dryburgh abbeyscotts viewAbsolute Hauptattraktion in der Region um St Boswells ist nichtsdestotrotz die beeindruckende Ruine der Dryburgh Abbey aus dem Jahre 1150. Der gotische Bau war einst das Heim der Weißen Kanoniker (Orden der Prämonstratenser) und zählt zu den vier Abbeys in den Borders.

Übrigens liegt hier der berühmte Schriftsteller Sir Walter Scott begraben, der früher gerne am nördlich liegenden Aussichtspunkt, dem nach ihm benannten Scott's View, verweilte.

bowden kirkBesucher von St Boswells, die in westlicher Richtung weiterfahren, sollten im Nachbarort Newton St Boswells die gleichnamige Kirche nicht verpassen. Die Newton Church wurde 1868 errichtet und ist ein recht ungewöhnlicher Kirchenbau aus rosafarbenem Sandstein. Einen kurzen Stopp sollte man ebenso an der Bowden Kirk aus dem Jahre 1128 einlegen. Die nette kleine Gemeindekirche gehörte einst zum Besitz der Kelso Abbey.

o22-2012-2-001 o22-2012-2-002 o22-2012-2-003 o22-2012-2-004 o22-2012-2-005 o22-2012-2-006 o22-2012-2-007 o22-2012-2-008 o22-2012-2-009 o22-2012-2-010

Adresse

Koordinaten

Öffnungszeiten

N 55°34'18.37"
55.571770

W 2°38'38.94"
-2.644150

   

Wer ist online  

Aktuell sind 41 Gäste und keine Mitglieder online

   

Filter Edinburgh  

houses kichen monument museen brauerei sonstiges

   

In der Umgebung  

   
© Schottlandfieber.de