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08 | 09 | 2010
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Geschrieben von: Marcus   

Gifford-Leiste
Bildquelle: Copyright by Undiscovered Scotland 

Wer von Edinburgh aus mal kleine Überlandtouren unternehmen möchte, dem empfehlen wir sich doch mal die kleinen Landstraßen näher anzusehen. Hier bietet sich zum Beispiel die A199 über Musselburgh Richtung Westen an. Bei Tranent stößt man auf die B6355 über welche man nach knappen 15 km direkt in Gifford landet.

Das Dorf erhielt seinen Namen durch „Sir Hugo de Giffard of Yester“, aus dessen Familie über viele Jahre die Barone der Gegend kamen.

Im Zentrum des Dorfes kann man noch heute das 1780 errichtete Markt-Kreuz sehen – damals ein für jeden sichtbares Symbol für die verliehenen Stadtrechte, die es Gifford ermöglichten, Märkte und Stadtfeste abzuhalten.

Bei einem Rundgang durch den Ort stößt man zuerst auf die Kirche – wer einige der von uns bereits beschriebenen Kirchen kennt, sieht sofort, dass diese nicht gerade zu den ältesten gehört. Richtig erkannt, denn sie stammt aus dem Jahre 1710.

Aber auch früher gab es hier schon Kirchen und wenn die Aufzeichnungen stimmen, dann stand die erste 1241 in den Wäldern von Yester House, welches man im Südwesten des Zentrums entdeckt. Die Ruinen dieser frühen Kirche sind noch heute zu sehen. Wann diese Kirche aufgegeben wurde wissen wir nicht, nur, dass man zuerst in ein anderes Gotteshaus bei Duncanlaw – einer frühen Siedlung im Südosten der Stadt – zog, bevor man in das noch heute aktuelle Kirchengebäude übersiedelte. Aber eines nahm man von der alten ca. 1492 erbauten Kirche mit, die Glocke.

Wie bereits erwähnt wurde, befindet sich hier auch das Yester House – der Namen Yester bezieht sich hierbei auf ein weiteres Dorf, das hier einst um das Yester Castle herum entstanden war. Errichtet wurde Yester Castle für Sir Hugo, den man hier als Magier verehrte. Noch heute kann man die Ruine mit dem dazugehörigen Gefängnis „Goblin Hall“ oder „Gablin Ha‘“ besichtigen. Ein Bekannter Sohn Yesters war kein geringerer als John Knox, der hier irgendwann zwischen 1510 und 1515 das Licht der Welt erblickte.

Anfang des 18. Jht. kam es der Familie Gifford in den Sinn, doch ein wenig mehr abseits des Volkes zu leben, wofür es nur zwei Möglichkeiten gab. Die eine war, selber umzuziehen…aber wofür war man eine Herrscherfamilie? So entschied man sich für die zweite verbleibende Möglichkeit und siedelte einfach das Volk um. So entstand Gifford. Nun ja…zu weit weg ist auch nicht gut und so errichtete man um 1750 herum auf halber Strecke zwischen dem Schloss und Gifford „Yester House“, wo die Giffords fortan lebten.

Viel mehr kann man zu Gifford schon nicht mehr sagen, außer vielleicht, dass es dieser Ort einfach verdient, dass man ihn ein wenig durchstreift und seine Postkarten-Atmosphäre einfach nur in Ruhe genießt! 

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