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geboren: 1866 in Lossiemouth

gestorben: 1937 auf See

ramsay macdonaldKurzbeschreibung: James Ramsay MacDonald war ein britischer Politiker und zweimal Premierminister des Vereinigten Königreichs. Aus einfachen Verhältnissen stammend, wurde er 1924 der erste Labour-Premierminister. Während seiner zweiten Regierungszeit ging er angesichts der Weltwirtschaftskrise eine Koalition mit den Konservativen ein und wurde deshalb aus der Labour-Party ausgeschlossen.

Frühe Jahre

MacDonald wurde in Lossiemouth (Morayshire, Schottland) als uneheliches Kind des Farmarbeiters John MacDonald und des Hausmädchens Anne Ramsey geboren. Anfangs trug er den Namen James Ramsay, später nahm er den Nachnamen seines Vaters an und benutzte Ramsay als bevorzugten Rufnamen. Die Unehelichkeit war im presbyterianischen Schottland des 19. Jahrhunderts ein schwerer Nachteil und das damit verbundene Stigma beeinflusste MacDonald Zeit seines Lebens.

Er besuchte die Grundschule im nahe gelegenen Drainie und arbeitete dort als Schüler-Lehrer, bis er mit 18 Jahren nach London ging. Für den Rest seines Lebens hatte er für Schottland und schottische Gesinnung nicht viel übrig.

In London arbeitete MacDonald als Büroangestellter und vervollständigte seine Bildung durch Abendkurse und durch unablässiges Lesen über wissenschaftliche, wirtschaftliche und soziale Themen. 1894 trat er der Unabhängigen Arbeiterpartei (ILP)) bei, einer der ersten sozialistischen Parteien in Großbritannien, und begann, sozialistische Texte zu verfassen. Er begegnete Keir Hardie, dem ersten Labour-Abgeordneten, und wurde stark von ihm beeinflusst. 1895 und 1900 kandidierte MacDonald für einen Parlamentssitz. 1900 wurde er Sekretär des Labour Representation Committee, eines Vorläufers der Labour Party. Gleichzeitig behielt er seine Mitgliedschaft in der ILP. Die ILP war zwar nicht marxistisch, vertrat jedoch einen rigoroseren Standpunkt als die Labour Party.

Als Parteisekretär handelte MacDonald mit dem führenden liberalen Politiker Herbert Gladstone (einem Sohn des verstorbenen Premierministers William Ewart Gladstone) ein Wahlabkommen aus, das es Labour erlaubte, sich um einige Parlamentssitze der Arbeiterklasse zu bewerben, ohne dass die Liberalen dagegen opponierten. Dadurch gelang der Partei der erste Einzug ins Unterhaus. MacDonalds Verhältnis zu Gladstone wurde vertieft durch seine Heirat mit dessen weitläufiger Cousine Margaret Gladstone. In dieser Zeit unternahm MacDonald auch viele Reisen: 1897 nach Kanada und in die USA, 1902 nach Südafrika, 1906 nach Australien und Neuseeland und etliche Male nach Indien.

1906 wurde MacDonald als Abgeordneter von Leicester ins Unterhaus gewählt. Er wurde einer der Führer der kleinen „Parlamentarischen Labour Party", die die liberalen Regierungen von Henry Campbell-Bannerman und Herbert Henry Asquith unterstützte. Trotz seiner Verbindungen zu den gladstoneschen Liberalen wurde MacDonald Führer des linken Flügels seiner Partei. Er trat dafür ein, dass Labour die Liberalen als wichtigste fortschrittliche Partei verdrängte.

Parteiführer

1911 wurde MacDonald Vorsitzender der Parliamentary Labour Party. 1914 wandte er sich gegen die Beteiligung Großbritanniens am Ersten Weltkrieg. Die Mehrheit der Partei, angeführt von Arthur Henderson, widersetzte sich diesem Standpunkt, und MacDonald trat als Parteiführer zurück. In der Anfangsphase des Krieges war er äußerst unpopulär und wurde des Verrats und der Feigheit beschuldigt. Als sich jedoch der Krieg in die Länge zog, wurde sein Ruf wieder besser. Trotzdem verlor er seinen Parlamentssitz in der „Khaki-Wahl" vom Dezember 1918, die der Koalitionsregierung von David Lloyd George eine überwältigende Mehrheit brachte.

1922 kehrte MacDonald als Abgeordneter von Aberavon (Wales) ins Unterhaus zurück. Die Partei war inzwischen wieder vereint, und MacDonald wurde wieder zu ihrem Vorsitzenden gewählt. Die Liberalen verloren stark an Bedeutung, und mit der Wahl von 1922 wurde Labour unter Führung von MacDonald die wichtigste Oppositionspartei zur konservativen Regierung unter Stanley Baldwin. Zu dieser Zeit hatte er sich von der Linken entfernt und den rigorosen Sozialismus der Jugend abgelegt. Er war sehr gegen die Welle von Radikalismus, die im Kielwasser der russischen Revolution durch die Arbeiterbewegung schwappte und er wurde ein entschiedener Gegner des Kommunismus. Anders als die französische sozialistische Partei und die deutsche SPD spaltete sich die Labour Party nicht. Die Kommunistische Partei Großbritanniens blieb klein und isoliert.

Obwohl er ein begabter Redner war, war MacDonald für verschwommene Aussagen bekannt, und es war nicht klar, welche Politik er verfolgte. Es gab einiges Unbehagen in der Partei darüber, was er tun würde, wenn Labour an die Regierung käme. In der Wahl von 1923 verloren die Konservativen die Mehrheit. Als sie im Januar 1924 auch noch die Vertrauensfrage verloren, beauftragte König Georg V. MacDonald mit der Bildung einer Labour-Minderheitsregierung unter Unterstützung durch die Liberalen unter Asquith. So wurde MacDonald der erste Labour-Premierminister, der erste, der aus der arbeitenden Klasse stammte und einer der wenigen ohne akademische Bildung.

Erste Regierungszeit (Januar bis November 1924)

MacDonald übernahm sowohl das Amt des Premierministers als auch das des Außenministers und machte klar, dass seine Priorität auf der Beseitigung der Schäden lag, die nach seiner Meinung durch den Versailler Vertrag von 1919 angerichtet worden waren. Er wollte die Frage der deutschen Reparationen lösen und sich mit Deutschland arrangieren. Die Innenpolitik überließ er seinen Ministern, darunter J.R. Clynes als Lordsiegelbewahrer, Philip Snowden als Finanzminister und Arthur Henderson als Innenminister. Da die Regierung weder im Ober- noch im Unterhaus eine Mehrheit hatte, gab es keinerlei Möglichkeiten, radikale Gesetze zu verabschieden.

Im Juni berief MacDonald eine Konferenz der Kriegsalliierten nach London ein und erreichte eine Einigung auf einen neuen Plan zur Regelung der Reparationsfrage, den Dawes-Plan. In London willigte auch der neue französische Ministerpräsident, der Radikalsozialist Edouard Herriot, mit dem MacDonald ein Vertrauensverhältnis aufbauen konnte, ein, die Besetzung des Ruhrgebiets durch französische und belgische Truppen zu beenden. Deutsche Delegierte schlossen sich dann der Konferenz an und das Londoner Abkommen wurde unterzeichnet. Ihm folgte ein englisch-deutscher Wirtschaftsvertrag. Dies waren große Erfolge für einen Premierminister-Neuling ohne Mehrheit, und MacDonald wurde allseits gelobt. Im September legte er wieder gemeinsam mit Herriot dem Völkerbund in Genf einen Plan vor, mit dem Kriege nachhaltig verhütet werden sollten: Das so genannte Genfer Protokoll, das die Völkerbundversammlung am 2. Oktober 1924 annahm, sah vor, dass Angriffskriege geächtet und alle Völkerbundsmitglieder verpflichtet würden, dem Land, das einen solchen Angriffskrieg führte, ihrerseits den Krieg zu erklären.

MacDonalds Regierung scheiterte, als er vorschlug, die seit ihrer Gründung international weitgehend isolierte Sowjetunion diplomatisch anzuerkennen. Die Konservativen und ihre Verbündeten in der Presse starteten eine antikommunistische Kampagne, und die Liberalen zogen ihre Unterstützung im Unterhaus zurück. Die Konservativen brachten dann einen Misstrauensantrag ein, den Labour verlor. MacDonald beantragte und erreichte daraufhin die Auflösung des Parlaments. Er wusste, dass Labour die folgenden Wahlen nicht gewinnen würde. Sein Ziel war jedoch, die Liberalen auszuschalten und ein Zwei-Parteien-System zu etablieren, in dem die Wähler nur die Wahl zwischen Labour und Konservativen haben würden. Dieses Ziel erreichte er mit der Wahl im Oktober 1924: Labour fiel von 191 auf 151 Sitze zurück, aber die Liberalen schrumpften von 158 auf 40 Sitze.

Zweite Regierungszeit (1929 bis 1931)

MacDonalds Nachfolger im Amt des Premierministers wurde der Konservative Stanley Baldwin. Seine Regierung hatte eine starke Mehrheit und verweigerte MacDonald's wichtigstem außenpolitischen Projekt, dem Genfer Protokoll, die Zustimmung. MacDonald's kühnes Vorhaben, ein funktionierendes System internationaler Sicherheit zu etablieren, war damit gescheitert. Die Regierung Baldwin wurde während ihrer gesamten Amtszeit von Krisen geschüttelt: Der Generalstreik von 1926, die sich rapide verschlechternde Wirtschaftslage, ein kräftiger Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Bei den Wahlen im Mai 1929 gewann Labour 287 Sitze, die Konservativen 260 und die Liberalen unter Lloyd George 59 Sitze. Baldwin trat zurück und MacDonald bildete zum zweiten Mal eine Minderheitsregierung, anfangs mit herzlicher Unterstützung durch Lloyd George. MacDonald wusste, dass er sich diesmal auf die Innenpolitik konzentrieren musste. Henderson wurde Außenminister und Snowden wiederum Finanzminister. J.H. Thomas wurde Lordsiegelbewahrer mit dem Auftrag, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen, unterstützt von dem jungen Radikalen Oswald Mosley.

MacDonalds zweite Regierung hatte eine stärkere parlamentarische Position als seine erste. Im Jahr 1930 gelang es ihm, etliche Gesetze durchzubringen, darunter eine Rentenreform, eine großzügigere Versorgung der Arbeitslosen und ein Gesetz zur Verbesserung der Löhne und der Arbeitsbedingungen im Bergbau, die die Ursache für den Generalstreik gewesen waren. Er berief außerdem eine Konferenz nach London mit den Führern des Indischen Nationalkongresses ein, auf der er Indien eine verantwortliche Regierung, aber nicht die Unabhängigkeit anbot. Im April verhandelte er mit Japan und den USA über einen Vertrag zur Begrenzung der Rüstung auf See.

Wie alle Regierungen jener Zeit hatte auch MacDonalds Regierung keine effektive Antwort auf die Weltwirtschaftskrise, die auf den Börsencrash vom 24. Oktober 1929 folgte. Snowden war ein unflexibler orthodoxer Finanzpolitiker, der keinerlei Haushaltsdefizit zuließ, um die Wirtschaft zu beleben - trotz der Aufforderungen durch Mosley, Lloyd George und den Ökonomen John Maynard Keynes. Selbst wenn die Regierung solche Maßnahmen beschlossen hätte, hätten weder die Konservativen noch die noch konservativeren Liberalen ihnen zugestimmt.

Im Lauf des Jahres 1931 wurde die wirtschaftliche Situation immer schlimmer. Um wenigstens die politischen Belastungsfaktoren der Weltwirtschaft zu minimieren setzte sich MacDonald zunehmend gegen ein Weiterbestehen des vertrauenszerstörenden und marktfeindlichen Reparationssystems ein. Ein Treffen mit führenden deutschen, amerikanischen und französischen Politikern im Juli 1931 brachte noch keinen Erfolg, aber immerhin wurde eine Expertenkonferenz eingesetzt, die im Herbst 1931 zu dem Ergebnis kam, dass eine Lösung der Reparationsfrage Voraussetzung war für die Überwindung der Weltwirtschaftskrise.

Trotz dieser Ansätze, das verlorene internationale Vertrauen auf diplomatischem Weg wiederherzustellen, verschlechterte sich die Lage der britischen Wirtschaft und damit auch des Staatshaushalts weiter. Der Druck von orthodoxen Ökonomen und der Presse nahm zu, die Staatsausgaben drastisch zu senken, also auch Renten und Arbeitslosengeld. MacDonald, Snowden und Thomas unterstützten derartige Maßnahmen, die sie für notwendig hielten, um den defizitären Haushalt auszugleichen und um einen Run auf das Pfund zu vermeiden. Der Rest des Kabinetts, fast die gesamte Labour-Partei und die Gewerkschaften waren jedoch strikt dagegen. Ohne Absprache mit seinen Parteifreunden gab MacDonald dann am 23. August 1931 seinen Regierungsauftrag zurück und erhielt einen neuen zur Bildung einer „Nationalen Regierung" unter Einbeziehung der Konservativen und der Liberalen (ohne Lloyd George). MacDonald, Snowden und Thomas wurden daraufhin aus der Labour-Party ausgeschlossen. Sie gründeten eine neue „National Labour Party", welche jedoch im Land und bei den Gewerkschaften wenig Unterstützung fand. Es kam zu einer Reihe von Streiks, die sogar auf die Royal Navy übergriffen, was die seit Juli 1931 nervösen Finanzmärkte vollends panisch werden ließ. Der Run auf das Pfund, den MacDonald hatte verhindern wollen, kam jetzt richtig in Fahrt, sodass die Bank von England am 20. September 1931 gezwungen war, den Goldstandard aufzugeben. Von nun an war der Wechselkurs des Pfundes nurmehr von Angebot und Nachfrage auf den Devisenmärkten abhängig.

Nationale Regierung (1931 bis 1935)

MacDonald wollte sofortige Neuwahlen, aber die Konservativen zwangen ihn, einem Termin im Oktober 1931 zuzustimmen. Die Nationale Regierung gewann 554 Sitze, bestehend aus 470 Konservativen, 35 National Labour, 32 Liberalen und verschiedenen anderen. Labour gewann nur 52 und Lloyd Georges Liberale 4 Sitze. Dies war das größte Mandat, das jemals von einem britischen Premierminister in einer demokratischen Wahl gewonnen wurde. Es machte MacDonald jedoch zu einem Gefangenen der Konservativen. Das zeigte sich nach der Wahl, als Arthur Neville Chamberlain Finanzminister wurde und Baldwin als Lord President die wirkliche Macht in der Regierung hatte. MacDonald war tief getroffen von der Wut und der Bitterkeit, die der Sturz der Labour-Regierung verursacht hatte. Er betrachtete sich weiterhin als Sozialist und echten Labour-Mann, aber der Bruch buchstäblich aller seiner alten Freundschaften machte ihn zu einem isolierten Menschen.

Auf der internationalen Bühne gelang ihm noch ein großer Erfolg. Auf der Konferenz von Lausanne, die über die Zukunft der deutschen Reparationsverpflichtungen zu befinden hatte, traf er wieder auf Edouard Herriot. Das Vertrauen zwischen den beiden war noch immer vorhanden, und MacDonald konnte den Franzosen von seiner These überzeugen, dass nur eine weitgehende Streichung der Reparationen das Vertrauen der Finanzmärkte wiederherstellen und die Weltwirtschaftskrise überwinden würde. Als Gegenleistung versprach er ihm regelmäßige Konsultationen auf Regierungsebene, die aber keine große Bedeutung erlangen sollten.

In den Jahren 1933 und 1934 verschlechterte sich MacDonalds Gesundheitszustand. Seine Führungsqualitäten nahmen immer mehr ab, während die internationale Situation immer bedrohlicher wurde. Sein Pazifismus, der in den 20er Jahren allgemein bewundert worden war, brachte Winston Churchill zu der Beschuldigung, er versage angesichts der Bedrohung durch Hitler. MacDonald wurde später als Vater der Appeasement-Politik angesehen, die nach Meinung einiger Forscher bereits vor Hitlers Machtantritt auf der Konferenz von Lausanne begonnen hatte. Im Mai 1935 wurde MacDonald zum Rücktritt gezwungen. Er übernahm die eher repräsentative Funktion des Lord President von Baldwin, der in die Downing Street 10 zurückkehrte. In der Wahl, die später in dem Jahr stattfand, verlor er seinen Parlamentssitz an Emanuel Shinwell. 1937 brach er physisch und psychisch zusammen. Ihm wurde zur Erholung eine Seereise empfohlen, auf der er im November 1937 starb.

Sein Ausscheiden aus der Labour Party, seine Allianz mit den Konservativen und der Niedergang seiner Macht als Premierminister nach 1931 hatten bei seinem Tod 1937 seinen Ruf zerstört, was sich auch im Urteil Labour-naher Historiker über ihn ausdrückt. Erst 1977 schrieb Professor David Marquand eine wohlwollende Biographie mit der erklärten Absicht, MacDonald zu würdigen für seine Arbeit bei Gründung und Aufbau der Labour Party und für seine Bemühungen, in den Jahren zwischen den Weltkriegen den Frieden zu erhalten.

Privatleben

Die Ehe von Ramsay MacDonald und Margaret Gladstone (Tochter eines Chemieprofessors und entfernt verwandt mit William Thomson, 1. Baron Kelvin) war glücklich. Sie hatten zwei Kinder: Malcolm MacDonald (1901-1981), der als Politiker, Kolonial-Gouverneur und Diplomat Karriere machte, und Isabel MacDonald (1903-1982), die ihrem Vater sehr nahe war. MacDonald war über den Tod seiner Frau, die 1911 an einer Blutvergiftung starb, verzweifelt. Er hatte danach wenige bedeutsame persönliche Beziehungen, außer zu Isabel, die sich bis zu seinem Lebensende um ihn kümmerte. In den 20er und 30er Jahren war er oft mit Lady Londonderry zusammen, was in der Labour Party sehr missbilligt wurde, da ihr Mann ein konservativer Minister war und es hieß, MacDonald werde von ihr beeinflusst.

geboren: 1722 auf South Uist

gestorben: 1790

macdonald floraKurzbeschreibung: als Heldin verehrte Frau der Jakobiter

Flora MacDonald ist eine als Heldin verehrte Frau der Jakobiter. Sie verhalf Bonnie Prince Charlie nach dessen Niederlage in der Schlacht von Culloden zur Flucht.

Sie versteckte ihn zunächst und ruderte dann mit ihm, der als Zofe Betty Burke verkleidet war, in einer höchst abenteuerlichen Fahrt über das Meer zu der Insel Skye. Am 20. September 1746 schaffte es Bonnie Prince Charlie, sich heimlich im Gebiet von Moidart, wo seine Expedition etwas über ein Jahr zuvor begonnen hatte, einzuschiffen und nach Frankreich zu segeln. Am 31. Januar 1788 starb Prinz Charlie, der nie wieder Kontakt zu Flora aufgenommen hatte, in Rom.

Flora selber starb nach schwerer Krankheit 1790. Tausende nahmen am Begräbnis in Kilmuir teil, hatte sie doch eine große Tat geleistet, als sie ihrem Vaterland half, den Prinzen in Sicherheit zu bringen. Sie wurde in das Leinentuch gewickelt, in dem Prinz Charlie geschlafen hatte und welches sie immer bei sich getragen hatte. Im Jahre 1880 errichtete man über Floras Grab ein Hochkreuz, in dem die berühmten Worte eingemeißelt sind:

Flora MacDonald
A name that will be mentioned in
History, and if Courage and Fidelity
be virtues, mentioned with Honour.

geboren: 1813 in Glasgow

gestorben: 1873 in Chitambo

livingstoneKurzbeschreibung: Schottischer Missionar und Afrikaforscher

Jugend und Ausbildung

Er war erst Baumwollspinner, beschäftigte sich aber daneben mit Medizin und Theologie und ging 1840 im Dienste der Londoner Missionsgesellschaft als Missionar nach Südafrika.

Forschungsreisen

1849 durchwanderte er von der Missionsstation Kolobeng im Betschuanenland aus die Wüste KalahariNgamisee. Auf einer neuen Reise 1851 erreichte er den Oberlauf des Sambesi. 1853 bis 1856 durchreiste er ganz Südafrika vom Sambesi bis Loanda (Luanda) und zurück bis Quelimane. Dabei entdeckte er im November 1855 die Victoriafälle des Sambesi. In die Heimat zurückgekehrt, gab er "Missionary travels and researches in South Africa" (London 1857, 2 Bände; neue Ausgabe 1875; deutsch, Leipzig 1859, 2 Bände) heraus.

Im März 1858 begab er sich im Auftrag der britischen Regierung mit seinem Bruder Charles Livingstone Europäern (darunter Kirk und der Maler Thomas Baines) wiederum nach QuelimaneSambesi. Er verfolgte denselben bis zu seinem Ursprung aus dem MalawiseeChilwa-See (Schirwasee); auch besuchte er zweimal den Rovuma eine Strecke weit aufwärts. Seinen eigentlichen Zweck, dem Sklavenhandel entgegenzuarbeiten und besonders die Eingeborenen für den Landbau und die Baumwollkultur zu gewinnen, hatte Livingstone aber nicht erreichen können, daher kehrte er 1864 nach Großbritannien zurück und veröffentlichte hier (zusammen mit seinem Bruder) die "Narrative of an expedition to the Zambesi and its tributaries" (Lond. 1865; deutsch, Jena 1865–1866, 2 Bände). und fünf anderen und dem Gebiet des (früher: Njassasee), bei dem er am 16. September 1859 anlangte.

Aber schon im Herbst 1865 schiffte er sich von neuem ein und landete im Januar 1866 in Sansibar. Am 24. März 1866 begann er von Mikindani aus seine letzte Forschungsreise. Kurze Zeit darauf wurde das Gerücht verbreitet, er sei erschlagen worden; eine ihm nachgesandte Expedition überzeugte sich indes bald von der Grundlosigkeit des Gerüchts. Livingstone war den Rovuma hinauf zum MalawiseePortugiesen entdeckten Chambeshi, einen der Quellflüsse des Kongo, gelangte im April 1867 an das Südende des Tanganjikasees und erreichte im April 1868 den Moerosee, nachdem er zuvor den Lualaba, den Ausfluss des letztgenannten Sees, entdeckt hatte. Im Mai 1868 kam er zum Cazembe, durchreiste dann dessen Gebiet nach Süden und entdeckte am 18. Juli den Bangweolosee. Von dort sich nach Norden wendend, gelangte er nach Ujiji am Tanganjikasee, wo er mehrere Monate (bis Juli 1869) verweilte, und erforschte dann das Manyemaland westlich davon, von wo er am 23. Oktober 1871 nach Ujiji zurückkehrte. Dort traf ihn krank und in großer Bedrängnis schon nach wenigen Tagen der von J. G. Bennett in New York zur Auffindung des seit 1869 als verschollen geglaubten Reisenden ausgesandte Henry Morton Stanley, sprach ihn mit den legendären Worten "Dr. Livingstone, I presume?" an und befreite ihn aus der Not.

Tod

Eine von den Briten ausgesandte Expedition unter Veney Cameron erreichte ihren Zweck nicht, war aber Veranlassung zu der ersten Durchquerung Afrikas von Osten nach Westen. Mit Stanley erforschte Livingstone nun im Dezember 1871 das Nordende des Tanganjika und begleitete Stanley bis Unyanjembe, wo Livingstone sechs Monate (bis Ende August 1872) auf neue Mittel warten musste. Livingstone ging am Ostufer des Tanganjika hinab, dann um dessen Südende in das Land des Cazembe und umwanderte die östliche Hälfte des Bangweolo-Sees, stets nach den Nilquellen suchend, deren Existenz er dort vermutete. Am 1. Mai 1873 erlag er der Dysenterie in Ilala am Südufer des Bangweolo.

Nachdem man seinem Körper das Herz entnommen und es unter einem Baum begraben hatte (wo heute ein Denkmal steht), wurde seine Leiche von seinen treuen Dienern unter großen Gefahren und Mühseligkeit bis an die Ostküste getragen und von dort aus nach Großbritannien eingeschifft, wo sie am 18. April 1874 in der Westminster Abbey zu London beigesetzt wurde. Auf seinem Grabstein steht: "Brought by faithful hands over land and sea, here rests David Livingstone, missionary, traveler, philanthropist, born March 19, 1813, at Blantyre, Lanarkshire, died May 1, 1873, at Chitambo's village, Ulala. Other sheep I have which are not of this fold; them also I must bring (John 10:16)."

Die gleichfalls geretteten Tagebücher und Karten von seinen letzten achtjährigen Reisen wurden von H. Waller unter dem Titel: "The last Journals of David Livingstone in Central Africa from 1865 to his death" (London 1874; deutsch, Hamburg 1875, Neuauflage SDS AG 2006 „Die Erschließung des dunklen Erdteils", ISBN 9783935959001) herausgegeben.

geboren: 1827 in Upton

gestorben: 1912 in Walmer

listerKurzbeschreibung: Englischer Mediziner, er machte sich einen Namen als „Vater der antiseptischen Chirurgie"

Joseph Lister stammte aus einer wohlhabenden Quäkerfamilie in Upton, Essex. Lister studierte von 1846 bis 1852 in London zunächst Kunst, wechselte dann aber schnell zur Medizin und erhielt 1852, 25-jährig, den Bachelor of Medicine. 1855 wurde er Mitglied („Fellow") des Royal College of Surgeons in Edinburgh, bald darauf Professor der klinischen Chirurgie an der Universität Edinburgh und 1877 am King's College London.

Er war Professor für Chirurgie an der Universität Glasgow. Der Einsatz von Karbolsäure zur Geruchsbekämpfung in Abwässern in der Stadt Carlisle brachte Lister auf den Einfall, in der Chirurgie und der Wundmedizin mit Karbolsäure zu experimentieren. Zunächst wurde die Karbolsäure bei und nach Operationen über dem Operationsfeld vernebelt, so dass die Hände der Ärzte, die Instrumente und auch die Operationswunde mit einem bakterizidem Film benetzt wurden.

Um 1867 versorgte er als erster Wunden mit in Karbolsäure getränkten Verbänden (Listerscher Verband). Durch die Karbolsäure wurden die noch im Verband und auf Wundoberfläche vorhandenen Bakterien wirkungsvoll abgetötet, neue Keime kamen nicht mehr an die Wundoberfläche; die Wundheilung verlief daher komplikationslos und schnell.

Lister entwickelte aus dem zunächst punktuellen Einsatz von Karbolsäure die systematische Krankenhaushygiene. Häufiges Händewaschen der Ärzte und des Pflegepersonals mit verdünnter Karbolsäure und der Einsatz von Gummihandschuhen zeigten nachhaltige Wirkung.

Mit der Einführung der Desinfektion von Instrumenten und Verbänden verloren unfallbedingte bzw. mit chirurgischen Eingriffen verbundene Krankenhausaufenthalte ihren Schrecken. Die Patientensterblichkeit sank rapide. Nach den Erkenntnissen von Ignaz Semmelweis führten die Lister´schen Forschungsergebnisse zu den bahnbrechenden Grundsätzen von Asepsis und Antisepsis im Gesundheitswesen. Zudem entdeckte Lister die die Milchgerinnung bewirkenden Streptokokken.

Lister erhielt 1878 von der Universität Edinburgh den Ehrengrad eines Doktors der Medizin, 1879 und 1880 von Oxford und Cambridge den Doktorgrad der Rechte. 1897 wurde er mit dem Titel Baron Lister of Lyme Regis in den erblichen Adelsstand erhoben. Von der Royal Society wurde er 1880 mit der Royal Medal und 1902 mit der Copley Medal ausgezeichnet.

1856 heiratete Joseph Lister die Tochter des Chirurgen James Syme, Agnes Syme.

   
   
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